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Abschluss des EGF-Projektes „GMH Guss Gruppe“

Das Unternehmen BOB Transfer GmbH erhielt für den Zeitraum vom 1. April 2021 bis zum 30. Juni 2022 1,1 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer (EGF). Damit konnten 475 ehemalige Beschäftigte der GMH Guss Gruppe durch den EGF bei der beruflichen Wiedereingliederung unterstützt werden. Die europäischen Fördermittel wurden mit 0,7 Millionen Euro aus nationalen Mitteln kofinanziert. Die BOB Transfer GmbH setzte das Projekt in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit um. Es handelte sich um das 11. EGF-Projekt in Deutschland. Die BOB Transfer GmbH hatte bereits in den Jahren 2014 und 2015 ein EGF-Projekt für die Mitarbeitenden der aleo solar GmbH in Prenzlau (Brandenburg) übernommen.

Die Globalisierung hat für manche Branchen in Europa einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit zur Folge. Auch die GMH Guss Gruppe musste einen großen Teil ihrer Mitarbeitenden entlassen. Im August 2020 wechselten Beschäftigte der Walter Hundhausen GmbH (Schwerte) zur BOB Transfer GmbH. Ab Oktober kamen dann Beschäftigte der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH / Friedrich Wilhelms-Hütte GmbH (Mülheim an der Ruhr) und der Dieckerhoff Guss GmbH (Gevelsberg) hinzu. Es wurden Transferzeiten von bis zu zwölf Monaten vereinbart.

Nach einem langen Lockdown konnte die BOB Transfer GmbH im Juni 2021, unter Einhaltung der aktuellen Corona-Auflagen, endlich mit Informationsveranstaltungen zum Thema EGF starten. Dabei wurden auch die Qualifizierungswünsche der Teilnehmenden ermittelt und später nach Möglichkeit umgesetzt. Trotz der schwierigen, pandemiebedingten Umstände konnten nach und nach Unterstützungsangebote geplant und realisiert werden.

Um den sozialen Zusammenhalt und die Motivation zu stärken, wurden zunächst zwei Familienfeste (in Hagen und Mülheim an der Ruhr) organisiert, auf denen sich die Teilnehmenden über die Leistungen des EGF informierten. Bei Sonnenschein, Snacks und Getränken konnten sich die Teilnehmenden zudem in ungezwungener Atmosphäre austauschen und haben sich über manches Wiedersehen gefreut. Für weiteren sozialen Austausch und zur Steigerung der Gesundheit wurden mehrwöchige „Rückenfit“-Kurse im Freien durchgeführt.

Mithilfe der Förderung durch den EGF konnten die Betroffenen dann bei der Reintegration in Arbeit besonders unterstützt werden. Das Budget wurde zur Durchführung von Qualifizierungen, Beratung, Berufsvorbereitung und -orientierung sowie weiteren Maßnahmen verwendet, die den Betroffenen bei der Arbeitssuche und dem Erwerb neuer Kompetenzen geholfen haben.

Beispielsweise wurde das Angebot an verschiedenen Computerkursen, wie „Digitale Grundbildung“ oder diversen Microsoft Office Kursen, sehr gut angenommen. Weiterhin konnten Gruppenveranstaltungen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung (z.B. Grundlagen der Kommunikation) realisiert werden. Einige Teilnehmende haben Führerscheine für Stapler und Krananlagen (nach DGVU und BG- Vorschriften) erworben. Auch Vorbereitungskurse für weitergehende Umschulungen im Bereich Maschinen- und Anlagenbedienung (u.a. mit dem Schwerpunkt „Stanz- und Umformtechnik“) wurden wahrgenommen. Bei der Vermittlung industriemechanischer und schweißtechnischer Grundlagen wurde dem speziellen Schulungsbedarf und den Interessen der Teilnehmenden Rechnung getragen. Weiterhin wurden Interessierten individuelle Einzelqualifizierungen (bspw. im Bereich Informatik, CAD, Qualitätssicherung, Konstruktionssoftware, Elektrotechnik) ermöglicht.

Auch Existenzgründungen werden durch den EGF gefördert. So hat sich ein Mitarbeiter der Friedrich Wilhelms-Hütte mithilfe der EGF-Förderung als Baum- und Gartenpfleger selbständig gemacht. Neben Qualifizierungs- und Beratungsangeboten zur Existenzgründung konnten ihm auch Investitionskostenzuschüsse gewährt werden, um sich die notwendige Ausrüstung für die Arbeit als Baum- und Gartenpfleger zu besorgen. Damit wurde die Existenzgründung nachhaltig unterstützt.

Einer der Vorteile des EGF-Projekts ist, dass die Teilnehmenden auch über die Transferzeit hinaus gefördert werden können. So können auch diejenigen von Qualifizierungen profitieren, die bereits eine neue Anstellung gefunden haben oder Arbeitslosengeld 1 beziehen. Es werden beispielsweise Qualifizierungen organisiert und finanziert, die den Erhalt eines bereits aufgenommenen Arbeitsplatzes nachhaltig fördern können.

Zusammengefasst konnten trotz der pandemiebedingt schwierigen Rahmenbedingungen die Transferteilnehmenden, die die Chance ergriffen haben, auf ihrem Weg in neue Beschäftigung oder Selbständigkeit von den Leistungen des Europäischen Globalisierungsfonds profitieren. Von den 475 Teilnehmenden gelang es zum Projektende immerhin 253 eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen; weitere zwei Personen machten sich selbständig. Diese Integrationsquote wird in den nächsten Monaten erfahrungsgemäß noch steigen.

 

Transfergesellschaft EGF

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Unter Remanenzkosten verstehen sich jene Unkosten, die nicht von der Arbeit für Agentur übernommen werden. Darunter können fallen:

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  • etc.